Erfolgreicher Einstieg in die Arbeitswelt

Unser Beitrag zur Integration eines Migranten.

Fuss zu fassen im hiesigen Arbeitsmarkt ist ein sehr wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Integration. Gleichzeitig stellt der Einstieg sowohl die Migrantinnen und Migranten als auch die Arbeitgeber vor zahlreiche Herausforderungen.

Die Abteilung Soziales unterstützt anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Jugendliche bei der Lehrstellensuche. Dabei arbeitet die Gemeinde eng mit der Fachstelle für Arbeitsintegration REPAS Zürichsee-Linth zusammen. Engagierte Betriebe, welche den Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anbieten, tragen viel zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben bei.

Die folgenden zwei Erfahrungsberichte geben einen spannenden Einblick in den Berufseinstieg zweier Jugendlicher. Sie zeigen eindrücklich, welche positiven Effekte die Integration am Arbeitsplatz für die Unternehmen und für die Auszubildenden mit sich bringt, und welche Hürden es dabei zu meistern gilt.

Mahran Othman aus Syrien

(37 Jahre, Vater von 2 Kindern) hat im Sommer 2020 die Berufslehre zum Montage-Elektriker EFZ bei der Elektro Egli AG in Eschenbach erfolgreich abgeschlossen.

Die Elektro Egli AG wurde im Frühjahr 2016 von der REPAS Zürichsee-Linth angefragt, ob das Unternehmen bereit wäre einen Ausbildungsplatz anzubieten. Zugegebenermassen war der Betrieb anfänglich skeptisch, hat sich dann aber bereit erklärt, Mahran eine Schnupperlehre anzubieten.

Die fünf Schnuppertage sind gut verlaufen, sodass danach im Gespräch mit der REPAS entschieden wurde, dass Mahran von August bis Dezember 2016 ein sechsmonatiges Praktikum bei der Elektro Egli AG absolvieren kann. In dieser Zeit war er während vier Tagen pro Woche im Betrieb und einen Tag besuchte er unterstützend ein schulisches Angebot, um die Sprache noch besser zu erlernen und sich auch in der Allgemeinbildung und Mathematik weiterzubilden. Diese Grundlagen sind unabdingbar für einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Mahran zeigte einen grossen Willen. Er hat sich im Betrieb gut integriert und am Arbeitsplatz mächtig «Gas» gegeben, sodass die Elektro Egli AG ihm eine Lehrstelle als Montageelektriker EFZ anbieten konnte. Bis zum Ausbildungsstart im Sommer 2017 arbeitete Mahran weiterhin zu 80% als Hilfsmonteur im Betrieb.

Die Lehrzeit verging dann wie im Flug. Mahran war nicht nur als motivierter Mitarbeiter, sondern auch auf persönlicher Ebene eine grosse Bereicherung für das Team. So wurden Teamanlässe im Schnee und an der Kletterwand mit dem «Neu-Alpinisten» umso spannender.

Auch die Kundschaft hat die Arbeitsleistung von Mahran und das Engagement des Betriebs positiv wahrgenommen. So hat sich die Bereitschaft, jungen Personen trotz Integrationshürden eine Chance zu geben, auch positiv auf das Unternehmensimage ausgewirkt – ein schöner Nebeneffekt!

Die grösste Hürde lag in der Sprachbarriere. Diese stellte sowohl den Betrieb und die Lehrer an der Berufsschule insbesondere aber auch Mahran vor einige Herausforderungen. Der Schulalltag in Deutsch war besonders fordernd und auch im Betrieb kam es zu einigen, teils witzigen Missverständnissen. So etwa im Bewerbungsprozess, als Mahran erklärte, dass er bereits in seinem Heimatland Syrien im Fachbereich der Elektrik gearbeitet habe. Ziemlich bald hat sich aber herausgestellt, dass er sich dabei mehr mit Strom Abrechnungen als mit dem Handwerk des «Stromers» beschäftigt hat… Die nötigen fachlichen Fertigkeiten konnte er während der Ausbildung jedoch zügig aufholen.

Eine weitere Herausforderung war die Zusammenarbeit mit den Behörden und Ämtern. Mit Unterstützung der REPAS, der Abteilung Soziales der Gemeinde und der freiwilligen Begleitung durch Benno Lehner konnten jedoch auch die administrativen Hürden gut gemeistert werden.

So konnte Mahran seine Lehre im Sommer 2020 erfolgreich abschliessen. Dabei hat er die bemerkenswerte Note von 4.7 erreicht. Seither ist er als Montage-Elektriker im ehemaligen Lehrbetrieb angestellt.

Mahran ist stolz und nach wie vor glücklich mit seiner Berufswahl. Die Lehre war für ihn spannend und vielseitig, so möchte er weiterhin am Ball bleiben. Er ist noch immer dankbar für die Chance, sein Hobby zum Beruf zu machen und die grosse Unterstützung durch das ganze Team – am und auch neben dem Arbeitsplatz.

Quelle: Gemeindezeitung «Eschenbach aktuell» vom 12.3.2021